servicewüste schweden

Mittwoch, 6. Mai 2009

Eine Tragödie in einem Aufzug.

Dramatis personae:

Kun|de, der; -n, -n = Person, die in einem Geschäft etwas kaufen möchte.

Ver|käu|fer, der; -s, – = Person, die in einem Geschäft etwas verkaufen möchte.

Die Bühne zeigt ein schwedisches Möbelhaus: ein auf dem Fußboden betonierter Gang, links und rechts hohe, sich im Dunkel der Bühnendecke verlierende Regale, in denen Holzlatten und Pappkisten liegen. Links im Vordergrund befindet sich ein Tresen mit einem Flachbildschirm. Rechts im Vordergrund eine Drahtregalkonstruktion ohne Inhalt, darüber ein gut lesbares Plakat mit der Aufschrift „SOLIG Solarleuchte 12,99 €“.
Das Spiel beginnt an einem Freitagabend um 19:30 Uhr. Vereinzelt läuft eine Person durch die Gänge, betrachtet die Latten und Kartons, schiebt gebeugt einen großen Einkaufswagen weiter und verschwindet wieder hinter der Bühne. Im Vordergrund rechts sitzt Verkäufer auf dem Boden und schraubt gedankenverloren an einem MALM-Element herum.

Kunde: (tritt von links auf die Bühne, betrachtet das Plakat über dem Drahtregal, schaut in das Regal, schaut wieder auf das Plakat, schaut sich um, geht schließlich auf Verkäufer zu. Bleibt eine Weile vor Verkäufer stehen.)
Entschuldigung…

Verkäufer: (reagiert nicht, schraubt weiter am MALM-Element herum)

Kunde:
Entschuldigung, kann ich Sie kurz was fragen?

Verkäufer: (verdreht die Augen)
Oh nee!

Kunde:
Ich suche Balkonbeleuchtung. Im Regal ist nichts mehr, kann ich noch anderswo welche finden?

Verkäufer:
Was?

Kunde:
Balkonbeleuchtung. Ist nicht mehr im Regal.

Verkäufer:
Wasn für Balkonbeleuchtung?

Kunde:
Solarleuchten. Heißen SOLIG.

Verkäufer:
Ähä. Und was sollen die kosten?

Kunde:
12 Euro 99.

Verkäufer:
Und wo sollen die sein?

Kunde:
Wahrscheinlich da im Regal, sind aber keine mehr drin.

Verkäufer:
Tja. Dann ham wa wohl keine mehr.

Kunde:
Liegen die nicht vielleicht noch irgendwo anders?

Verkäufer:
Hm. Muss ich im Computer mal sehen. (bewegt sich langsam auf den Tresen zu, ruckelt an der Maus) Wie sollten die heißen?

Kunde:
SOLIG. So wie die ganze Sommerkollektion dieses Jahr.

Verkäufer:
Mhm. (tippt ausgiebig auf der Tastatur herum) Das zeigt mir jetzt aber ein bisschen viele Ergebnisse. (dreht den Bildschirm so, dass Kunde sehen kann, was dort steht)

Kunde:
Ja, das sind wohl alle Teile der Sommerkollektion, die Dekosachen, die Badetücher…

Verkäufer:
Nein.

Kunde:
Ich wollte eigentlich wissen, ob es irgendwo noch diese Lampen gibt.

Verkäufer:
Muss ich mal nach dem Preis sehen… Was sollen die kosten?

Kunde:
12 Euro 99.

Verkäufer: (sucht ausgiebig die Produktliste auf und ab)
Hm. Da isses wohl.

Kunde:
Ja. Aber da steht eine Null, das heißt wohl, es sind keine mehr da.

Verkäufer:
Genau. (grinst und kichert)

Kunde:
Und bekommen Sie denn noch mal welche?

Verkäufer:
Nee. Dieses Jahr nich. Müssen Sie nächstes Jahr früher kommen. So im März.

Kunde:
(geht gesenkten Hauptes in Richtung Bühnenausgang und verschwindet)

Chor und Verkäufer:
Und die Moral von der Geschicht: Was da nicht liegt, das ham wir nicht.

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andrew lloyd’s brother

Donnerstag, 19. Februar 2009

wax-webber

Ach ja, wenn sich doch alle Webmaster so viel Mühe gäben…

kunst der demokratisierung

Sonntag, 25. Januar 2009

Was man auch immer über Google Böses sagen kann, unter http://www.google.es/prado gibt es ein Projekt zu sehen, das möglicherweise viel Gutes bewirken wird. Wer es sich nicht leisten kann, in ein renommiertes Museum zu gehen, geschweige denn nach Madrid zu fliegen, um dort das Museo del Prado zu besichtigen, hat die Gelegenheit, immerhin 14 der dort ausgestellten Meisterwerke in höchster Auflösung am Computer in Google Earth zu betrachten. So nah, dass man winzigste Details erkennen kann, die man im Museum sicher nicht entdeckt hätte. Dass man die Bilder dafür kaum in ihrer vollen Größe und in ihrer Wirkung an einer Museumswand sieht, ist eine andere Diskussion.

Ebenfalls eine andere Diskussion ist natürlich die um das sich wandelnde Schönheitsideal und den immer schlimmer werdenden Schlankheitswahn. Wäre es nicht viel angenehmer, wenn wir Frauen alle wieder so aussehen würden wie auf diesem Bild von Rubens (natürlich auch bei Google Earth anzusehen)? Oder wollen wir eigentlich gar nicht mehr so aussehen? Und wenn ja, ist das unsere eigene Entscheidung oder wurde das für uns von Medien, Männern oder Models entschieden?

zum nikolaus

Mittwoch, 10. Dezember 2008

Weisheit des Tages:

Stiefel ist nicht gleich Stiefel.

was ist eigentlich…

Mittwoch, 3. Dezember 2008

ein Bad Hair Day?

Ganz einfach: ein Tag, an dem die Haare nicht so aussehen, wie wir es gerne hätten.

Wir wissen nicht genau, warum.

M2.0 fragt:

Ist das son SexAndTheCity Zeug?

Nicht ganz, aber nah dran. SATC hat sich mit Sicherheit in der einen oder anderen Folge dieses Phänomens angenommen. Ich will versuchen, es zu erläutern.

Eine Frau ist mit ihrer Frisur gerade eigentlich ganz zufrieden. Eines Morgens, sie hat gut und lange geschlafen, ist guter Gesundheit und fröhlich, eines Morgens also steht sie auf, duscht und beginnt danach, ihre Haare zu richten. Doch o Wunder, die Haare wollen heute nicht, wie sie sollen. Tag für Tag lässt sich das Haar mit mehr oder weniger Aufwand in den gewünschten Zustand versetzen − heute geht gar nichts. Es taucht ein Wirbel an einer Stelle auf, wo noch nie einer war. Der gewohnte Scheitel hat seine Position um 2 cm verlegt. Die Locken wollen nicht aufspringen. Das Ansatzvolumen fällt in sich zusammen. Die Stufen liegen schief und krumm. Die Spitzen drehen sich links nach innen und rechts nach außen. Die gewohnte Frisur ist nicht hinzubekommen, an eine Frisur, die gar Stylingprodukte oder den Einsatz von Fönaufsätzen und verschiedenen Bürsten erfordert, ist überhaupt nicht zu denken.

Man wird es ihr den ganzen Tag lang ansehen, dass irgend etwas nicht stimmt, denn sie hat ihre Haare nicht hingekriegt.

Das ist ein Bad Hair Day.

M2.0 fragt weiter:

Habe ich was verpasst? Brauche ich das auch?

Nein, da kann ich dich beruhigen. So etwas brauchst du nicht. Bad Hair Days passieren in aller Regel erst ab einer Haarlänge von mindestens 10 cm, und selbst Männer, die keinen Kurzhaarschnitt tragen, bleiben üblicherweise davon verschont. Warum? Vielleicht weil sie insgesamt weniger Zirkus um ihr Haupthaar veranstalten? Weil Mikroerschütterungen der Psyche ihnen nicht auf die Haarwurzeln schlagen?

Vielleicht ist die Lösung der Mond. Der soll ja an vielem schuld sein, was uns Frauen so vierwöchentlich heimsucht. Der Mond hat ja auch hie und da den liebevollen Spitznamen „Tante Roth“. Außerdem sollen wir uns nach ihm richten, wenn wir uns die Fingernägel maniküren, die Beinbehaarung entfernen und die Haare färben.

Und all das können Männer ja auch getrost sein lassen und sich statt dessen viel sinnvolleren Beschäftigungen widmen, wie zum Beispiel den Hund ausführen oder die Spülmaschine leeren.

dulce cupido

Dienstag, 2. Dezember 2008

¡Niño temido por los dioses y hombres!
¡Hijo de Venus! ¡Ciego amor! ¡tirano!
¡Con débil mano, vencedor del mundo!
¡Dulce Cupido!

Von Göttern und Menschen gefürchtetes Kind!
Sohn der Venus! Blinder Amor! Tyrann!
Mit schwacher Hand, Bezwinger der Welt!
Süßer Cupido!

José de Cadalso, 1774

vamos al mar

Freitag, 28. November 2008

Chinita, vamos al mar,
allá nos embarcaremos;
que mi cuerpo será el barco,
tus brazos serán los remos.

Mädchen, lass uns zum Meer geh’n,
dort schiffen wir uns ein;
lass meinen Körper das Boot,
deine Arme die Ruder sein.

noch ein beitrag zur finanzkrise

Mittwoch, 19. November 2008

Weisheit des Tages:

In der Not frisst der Teufel Eichhörnchen.

ein beitrag zur finanzkrise

Mittwoch, 29. Oktober 2008

Weisheit des Tages:

Glaube versetzt Berge. Geld lässt sie verschwinden.

dress up, ladies!

Sonntag, 26. Oktober 2008

Weisheit des Tages:

La mujer compuesta quita el marido de otra puerta.

(spanisches Sprichwort, zu deutsch: „Die zurechtgemachte Frau hält den Ehemann von anderen Türen fern.“)

Mit Dank an Wortkomplex.